We have 37 guests and no members online

decsenfritrues

Der Staffordshire Bullterrier

Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden in England, wie auch auf dem europäischen Kontinent bulldogartige Hunde für die Jagd auf wehrhaftes Wild. Diese Bulldogs sind Vorfahren vieler heute sehr beliebter Hunderassen. Leider wurden damals diese Hunde nicht nur für die Jagd, sondern auch für Tierkämpfe eingesetzt. Dieser barbarische Sport wurde auch in Deutschland betrieben, was teilweise auch bei der Entstehungsgeschichte des Boxers dokumentiert wurde. Als in England das sog. bullbaiting verboten wurde, wurden in diese Hundeschläge kleine Terrierrassen eingekreuzt. Es waren damals wie heute die typischen Familienhunde der englischen Arbeiterklasse.

Der Vorfahre des Staffordshire Bullterriers war geboren.

Seine Funktion war in erster Linie, die Vernichtung von Schädlingen (Ratten), ähnlich wie in Deutschland die Pinscher und Zwergschnauzer in den Pferdestallungen. Aufgrund der Wohnsituation in England mit den Großfamilien in den typischen Reihenhäusern, mussten diese Hunde eine hohe soziale Verträglichkeit aufweisen. Damals wie heute waren und sind sich frei bewegende Staffordshire Bullterrier vom dortigen Straßenbild nicht wegzudenken. Da in England die Wettleidenschaft zu dieser Zeit sehr verbreitet war, wurden diese kleinen Hunde auch zu Tierkämpfen in kleineren Rahmen eingesetzt (wie Rattenbeißen, Dachs und Fuchs ziehen).

1835 wurden dann Tierkämpfe gänzlich in England verboten, zu dieser Zeit gab es in Deutschland weder ein Tierschutzgesetz noch ein Verbot von Tierkämpfen. Gerade die Eigenschaften dieser Hunde, zum einen vom äußeren Erscheinungsbild: klein, kräftig, kurzhaarig, zum anderen vom Wesen: besonders das Verhalten gegenüber Menschen, Kinderfreundlichkeit, Genügsamkeit und Nervenstärke machten ihn bis heute mit ca. 500.000 Exemplaren zum Familienhund Nummer eins in England.

1935 wurde der Staffordshire Bullterrier offiziell in England vom Kennel Club als eigenständiger Rassehund anerkannt. Schon damals war das offiziell beschriebene Zuchtziel die besondere Kinderfreundlichkeit. In England und den Nachbarländern Deutschlands gibt es Hunderte von Geschichten, die ihn gerade als Freund der kleinsten Familienmitglieder besonders hervorheben, deshalb trägt er auch den Spitznamen "Babysitter Dog".

Seit Anerkennung der Rasse entwickelte sich der Staffordshire Bullterrier zu einem typischen Ausstellungshund. Für viele Familien gibt es nichts schöneres, als am Wochenende ihre Staffordshire Bullterrier auf Schönheitsausstellungen zu präsentieren, was übliche Meldezahlen von ca. 400 Hunden auf englischen Clubshows bestätigen.

Derzeit ist der Staffordshire Bullterrier wegen seinem ausgeglichenem Wesen nachweislich einer der meist verwendeten Therapiehunde in England.

Durch die englischen Quarantäne-Bestimmungen nahmen in den Nachkriegsjahren nur wenige englische Besatzungssoldaten ihre Hunde mit nach Deutschland. Bis heute ist die Population in Deutschland eher gering. Nur wenige kennen diesen Rassehund, was aber in aller Munde ist, ist die Namensverwandtschaft zu anderen Hunderassen.

In den Nachbarländern Deutschlands herrscht in der Bevölkerung wie in der Politik ein höherer Informationsstand zu diesem einmaligen Familienhund. Dies ist sicherlich auch ein Grund warum der Staffordshire Bullterrier in den Nachbarländern Deutschlands weiter verbreitet ist und auch niemand auf die Idee kommt ihn etwa zu den gefährlichen Hunden zu gruppieren. Größe (bis 40,5 cm und bis 17,5 kg) und Charakter lassen diesen Schluss ja auch in keiner Weise zu, sondern machen ihn zu einem der pflegeleichtesten Begleithunde.

Aus diesen Gründen gibt es auch kein Interesse des in Deutschland so in Verruf geratenen Klientels mit gestörter Hunde / Halter Beziehung an dieser Hunderasse.

Auch das so gut wie kein Staffordshire Bullterrier in einem Tierheim bis jetzt abgegeben wurde, macht deutlich wie sehr diese Hunde von ihren verantwortungsvollen Haltern geliebt werden.



FCI - Standard Nr. 76 D

Der Staffordshire Bullterrier
URSPRUNG:
Großbritannien
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDES:
24.06.1987
VERWENDUNG:
Terrier
KLASSIFIKATION FCI:
  • Gruppe 3 Terrier
  • Sektion 3 Bullartige Terrier
  • Ohne Arbeitsprüfung
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD:
Glatthaarig, gut ausgewogen, sehr kräftig für seine Größe, muskulös, aktiv und beweglich
VERHALTEN UND CHARAKTER (WESEN):
Traditionell von unbeugsamem Mut und Hartnäckigkeit. Hochintelligent und liebevoll, besonders zu Kindern. Tapfer, furchtlos und absolut zuverlässig
KOPF:
Kurz
OBERKOPF:
Schädel:
Gleichmässig tief und breit. Stop: Deutlich
GESICHTSSCHÄDEL:
Nasenschwamm:
Schwarz
Fang:
Kurz
Kiefer / Zähne:
Kiefer stark, Zähne gross, mit einem perfekten, vollständigen und regelmässigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen
Lefzen :
Straff und makellos
Wangen :
Sehr ausgeprägte Wangenmuskeln
Augen :
Dunkel bevorzugt, können aber einen gewissen Bezug zur Haarfarbe haben. Rund und von mittlere Größe; so eingesetzt, daß sie geradeaus blicken. Dunkle Lidränder.
Ohren :
Rosen- oder Halbstehohr, weder groß noch schwer. Vollständiges Schlapp- oder Stehohr höchst unerwünscht
HALS:
Muskulös, eher kurz, klar im Umriß und sich zu den Schultern hin verbreiternd
KÖRPER:
Gedrungen
Obere Profillinie:
Gerade
Brust:
Breite Front; Brustkorb tief, muskulös und klar umrissen. Rippen gut gewölbt
RUTE:
Mittlere Länge, tiefer Ansatz auslaufend in eine Spitze und ziemlich tief getragen. Soll nicht stark gebogen sein, eher vergleichbar mit einem Pumpenschwengel alter Form
GLIEDMASSEN
VORDERHAND:
Läufe gerade und von guter Knochenstärke, eher weit auseinanderstehend, ohne eine Schwäche in den Vordermittelfüßen zu zeigen, von denen aus die Pfoten ein wenig nach außen gerichtet sind
Schultern:
Gut zurückliegend
Ellenbogen:
Nicht lose
HINTERHAND:
Gut bemuskelt. Läufe von hinten betrachtet, parallel.
Kniegelenke:
Gut gewinkelt.
Sprunggelenke :
Gut tiefstehend.
PFOTEN:
Gut gepolstert, kräftig und von mittlerer Größe. Krallen schwarz bei einfarbigen Hunden (nicht bei weiss)
GANGWERK:
Frei, kraftvoll und flink mit rationellem Kraftaufwand. Von vorne und von hinten betrachtet, bewegen sich die Läufe parallel. Erkennbarer Schub aus der Hinterhand
HAARKLEID
HAAR:
Glatt, kurz und dicht.
FARBE:
Rot, falb, weiß, schwarz,blau oder eine dieser Farben mit weiß. Gestromt in jeder Schattierung oder gestromt mit weiß. Schwarz mit Loh oder leberfarben ist höchst unerwünscht
GRÖSSE UND GEWICHT:
Gewicht :
Rüden: 12, 7 - 17 Kg (28-38 lbs)
Hündinnen: 11 - 15,4 Kg (24-34 lbs).
Grösse :
Erwünschte Widerristhöhe : 35,5 - 40,5 cm (14 - 16 inches)
Diese Grössen im richtigen Verhältnis zum Gewicht
FEHLER:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte
N.B.:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden

Log in

Login to your account

Username *
Password *
Remember Me